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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
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dem Hauptsitze eine» dicken Mann, den ich mit entblößtemHaupte sehr höflich begrüßte. Er hingegen bewegte nichtKopf, nicht Hand, sondern fertigte mich mit einem bären-haften Brummen ab. Grobian! schimpfte ich in Gedan-ken, und machte Anstalt, mich neben ihn zu fetzen. Erzog mir aber einen Schlagbanm vor, indem er eins sei-ner Elephantcnbcine erhob und cs quer über die Sitzbankausstrcckte. Ich fragte herzhaft, wie das zu verstehen sep.Er antwortete nicht; doch der Commandant des Wagens,der Schaffner, erklärte mir: der dicke Herr habe sich, umrecht hequem zu sitzen, für zwei Personen auf der Postcinschreiben lassen. Bitter lächelnd begab ich mich nunauf den Rücksitz.

Sie werden hier eine angenehme Nachbarin haben,"sagte der Schaffner:Da kommt sie schon!" Ich beugtemich neugierig aus dem Wagen und es ward mir ganzwarm und wohl ums Herz, als ich eine schlanke, jugend-lich blühende Grazie vom Gasthofe herschwebcn sah. Siegrüßte mich mit.holder Anmuth, und nahm so schnell undso freundlich neben mir Platz, als ob sie diese Stelle vorallen andern gewählt haben würde, wenn auch der Schlag-baum gegenüber nicht vorhanden gewesen wäre.

Das schmeichelte mir und ward mir ein Sporn, dasWagcnrecht der Frauen für sie zu verfechten.Aber, meinHerr," begann ich mit muthiger Stimme,Sie werdendoch wohl dieser Dame den Ehrenplatz zugcstehen, derihrem Geschlechts von keinem gebildeten Manne verweigertwird?"Narrenpossen!" sagte der Klotz.Hier sitztman für sein Geld, und wer eher kommt, mahlt eher."Pfui, das ist ein abscheulicher Egoismus!" rief ichaus.Mag's sepn, was cs will!" erwicderte er.Mirbeliebt's, gemächlich zu sitzen, und damit Lied am Ende!"