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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
176
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goneroffiziere verwöhnt ist, nennen mich den schwarzenZwerg, weil sie vcrmuthlich in ihren Nockcnstubcn ein al-tes Votksmährchen von einem solchen Kobold gehört ha-ben. Nun, cs ist wahr, ich könnte eine Elle größer sepn,ohne deßhalb ein Riese zu heißen) aber durch Fülle undRundung ersetzte mir die Natur den Mangel der Länge.Starke, wohlgesormte Waden, ein mäßiger Prälatenbauchund eine dazu paffende Unterkchlc, sind Eigenschaften, diemich gar nicht entstellen. Ich kleirc mich auch mit deräußersten Sorgfalt. Meine Stutzpcrückc ist, ohne Ruhmzu melden, das schönste Haargebäude der Stadt, und ichwette einen vollwichtigen Dukaten, daß auf meinem schwar-zen Nocke, wenn ich ansgehe, kein Fasche» zu finden ist.Allein was helfen alle Vorzüge des Geistes und des Kör-pers, wenn man unter des Vorurtheils blinden Maulwür-fen wohnt?

Den Närrinnen von Gimpelwalde zum Possen, faßteich gleich nach jenem unglücklichen Tage den Vorsatz, mitmeinem Herzen auszuwandcrn und die nächsten Schulfe-rien zu einer Brautfahrt anzuwendcn. Ich konnte undwollte das Porccllan der Menschheit wie derenglische Dichter Drpden das schöne Geschlecht nennt in meiner Haushaltung nicht langer entbehren. EinFreund ricth mir, mich damit in der Hauptstadt zu ver-sorgen.Du findest dort," sprach er,dergleichen Por-cellanfigürchcn von so besonderer Feinheit und Zierlichkeit,daß die Gimpelwalder Produkte dagegen nur als gemeineTöpserwaare zu betrachten sind." Das war mir glaub-haft, und ich entschloß mich zu der angcralhcneu Reise umso leichter, da ich in der Nestren; die Gastfreiheit einesbemittelten Universitätsfreundes in Anspruch nehmen konnte,und also das dortige harte und heiße Pflaster nicht scheuen durfte.