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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
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steckte mich, so gut als möglich, hinter einen großen Baum-kuchen, der vor mir aufgcpflanzt war.

Aber mein Unstern beraubte mich dieses schützende» Boll-werks. Die Frau Ehcgenossin des regierenden Bürger-meisters, die mir schräge gegenüber saß, winkte mir zu,ihr ein etwas entferntes Schüffclchcn mit eingemachtenFrüchten zu reichen. Ich, um so mehr von Diensteiferbeseelt, da ich die ihrem Gatten zugcfügte Unbilde dadurchanszuglcichen wünschte, sprang hastig vom Stuhl auf, er-griff die verlangte Schüssel, und indem ich sic der FrauBürgermeisterin recht geschwind übergeben wollte, stieß ichdamit so heftig an den vor mir stehenden Obelisken, daßer umstürztc und in Trümmer zerfiel. Himmel! welcherAufruhr! Es ward fürchterlich gelacht, mit den Händengeklatscht, mit den Füßen getrommelt. Das war in Gim-pelwaldc nicht anders zu erwarten. Es erhoben sich aberauch scheltende Stimmen, und sogar die alte Matrone,deren voreilige Naschlust den Einsturz des Prachtkegelsverursacht hatte, erfrechte sich, mir einen öffentlichen Aus-putzer zu geben.

Ich war nun gleichsam für vogclfrei erklärt. Niemandschützte mich gegen die unzähligen Spottpfeile, die mirvon allen Seiten um die Ohren schwirrten. Eine anstän-dige Flucht war das einzige Rettungsmittel. Ich bewerk-stelligte sie mit verhülltem Gesicht, als hätte mich Nasen-bluten befallen. So entkam ich unaufgehalten aus demSaale. Im Vorgemache riß ich schnell, wie ein Dieb,meinen Armhut ans dem dort aufgcschichteten Filzbergeheraus, floh in mein Studierstübchen und beweinte dortmein Geschick, daß ich ein köstliches Gastmahl, wie eseinem armen Schulmanne selten geboten wird, kaum halbgcsättiget hatte verlassen müssen. Denn als ich mich ge-