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5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
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Gegen Morgen ward er ruhiger, nahm ein gutes Früh-stück ein, ließ sich seine Handclsbücher bringen, verglichEinnahme und Ausgabe, und schien mit der Bilanz zu-frieden. Diese Sturmstille dauerte aber nicht länger, alsbis er hörte, daß sich das Rathskollcgium, unter Anfüh-rung des Dircctors, in Bewegung gesrtzt hatte, um denbeiden Grafen von Falkenburg seine Ehrerbietung zu be-zeige». Darüber tobte er fürchterlich, und drohte, aufder Stelle ein Testament zu machen und seine vcrheiratheteTochter zu enterben.

Der Senat kam auf's Schloß, ließ sich anmeldcn, undfand, mit Ausschluß seines Oberhauptes, eine gute Auf-nahme. Des Dircctors Besuch ward von den Grafenverbcrcn, weil sie aus dem Munde des Amtmanns, derAbends vorher auf dem Schlosse gewesen war, des Akten-Verfälschers Entsetzung erfahren hatten. Die übrigen Raths-gliedcr wurden vorgclasscn, und, nach einer freundlichenUnterhaltung mit ihnen, zur Mittagstafel eingeladcn.

Bis dahin war es noch einige Stunden Zeit. Indes-sen gingen die Senatoren wieder in die Stadt hinab, undmit stolzen Schritten bei Bullings Hause vorbei. Keinervon ihnen hatte jemals die Ehre gehabt, an einer gräf-lichen Tafel zu speisen; darum blähten sie sich jetzt so auf,und würdigten ihren noch vor vier und zwanzig Stundenhochverehrten Gönner, der eben am Fenster stand, kaumeines Blicks. Nur ein einziger alter deutscher Degenknopfkonnte nicht so kaltsinnig vorbcistroßen. Er besuchte denbetrübten Freund, erzählte ihm haarklein, was auf demSchlosse gesprochen und nicht gesprochen worden war, undmeldete ihm unter andern: er habe dort gehört, der langeGraf trete die bisher geführte Handlung dem Marionctten-spieler Lorenz ab.