Verhör war, in den Laden hinein, stürmte dann vor dieThürcn und Fenster der Nathsherrcn, und foderte sie Knallund Fall auf'S NathhauS. In zehen Minuten waren siebeisammen. Er machte ihnen mit keuchender Stimme diewunderbare Neuigkeit bekannt. Alle sperrten Mund undNase auf, und cS ward einstimmig resolvirt: sich des fol-genden Morgens gcsammtschaftlich, mit Feierkleidern an-gcthan, auf'S Schloß zu begeben und den beiden HerrenGrafen von Falkenburg in Untcrthanigkcit abzuwarten.
Hierauf verließen sie schnell das Rathhans, um der Neu-gier und Schwatzlust ihrer Frauen (die zum Theil schonan der Thüre des Sessionszimmers gehorcht hatten) eineangenehme Nahrung zu bringen.
Herr Jonas, der eben aus dem Verhör kam, begegneteihnen auf der Straße. Sie waren ehedem gewohnt, ineiner ziemlichen Entfernung das Haupt vor ihm zu entblö-ße»; doch jetzt griffen sic nicht einmal in der Nähe anihre Hüte, und riefen ihm fast höhnisch die Frage zu: obauch er dem jungen Grafen von Falkcnburg seine Auf-wartung machen werde.
Er verstand sic nicht. Sein Eidam reichte ihm seufzendden Brief des Grafen. Er las mit fieberhaftem Zittern,ließ das Blatt aus der Hand fallen, schlug sich einigeMal mit der geballten Faust vor die Stirn, riß seinenSchwiegersohn aus dem Kreise der Rathmänner und zogihn fort.
Sie trabten einige zwanzig Schritte ohne Wort undLaut. Dann machte Jonas seinem Herzen Luft. „Derjüngste Tag kommt!" rief er mit gepreßter Stimme: „Esgeschehen Zeichen und Wunder! — O, ich Dummkopf! ichDummkopf! — Möchte der Alte vom Berge immerhinGraf oder Fürst scpn: wenn ich ihm nur nicht zu der