Jonas lachte Anfangs und sagte: man möge den Windvor Gericht ziehen; dieser habe den Blumentopf vom Fen-ster geworfen. Als er aber hörte, daß ihn der eingefan-gcne Brandfuchs vcrrathen hatte: da überfiel ihn eine ge-waltige Bestürzung, die ihn sogar vergessen ließ, den wohl-mepnenden Referenten zu belohnen. Vergebens öffneteDieser zu wiederholten Malen seine leere Schnupftabaks-dose und kratzte den Grnndstaub zusammen: es ward nichtbemerkt; er mußte unbeschenkt fortgehen, und war dar-über so erbittert, daß er nun den Geizhals, der ihm füreinen so wichtigen Beweis seiner Anhänglichkeit keine PriseTabak gab, an den Galgen wünschte.
Jonas berief den großen Rath seines Hauses, der ausseiner Frau und Monsieur Polpkarp bestand, eilig zusam-men. Er schalt Jene, daß sie, ohne sein ausdrücklichesGeheiß, den Blumenasch vom Fenster gestoßen habe, undüberhäufte Diesen mit Vorwürfen, daß er Lumpenhundegedungen, die nicht schweigen könnten. „Durch EureDummheit," rief er, „komm' ich um Haus und Hof, undendlich wohl gar um den Hals! — Die Klage der Schis-ser und das Fenstereinwerfen hätten wenig bedeutet; nunaber bin ich ohne Rettung in Schnellers Klauen gefallen,und er wird mich aus Rachsucht so kahl rupfen, wie derHabicht die Taube!" —
Madame Bulling konnte vor Ingrimm und Troß nichtantworten. Auch Polpkarp schwieg mit gesenktem Haupte.Er hatte mancherlei zu seiner Verthcidigung auf dem Her-zen ; es war aber nicht zu hoffen, daß bei dem aufgebrach-ten Hausgebicter ein gutes Wort eine gute Statt findenwerde.
„Nun, so redet doch!" fuhr Jonas auf. „Was soll ichanfangen, um Gut und Blut zu retten?" —
Laugbem'S sömmtl. Schr. IX. Bd.
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