Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

95 So

wie der keusche Joseph fahren ließ; aber von dem Arme,woran er nun gehalten wurde, konntc er sich nicht losma-chen. Man nvthigte ihn, sich wieder in den Schoppen zubemühen. Da fand man ein Fcucrchcn, das schon rechthoffnungsvoll brannte, doch mit geringer Mühe wieder ge-löscht wurde.

Der Brandstifter gestand, wie der erste Gefangene, daßer Bullings Werkzeug scp. Er bat, sich an Jenen zu hal-ten und ihn frei zu lassen; dieser Vorschlag zur Gute wardaber nicht angenommen. Man brachte den Vogel in engeVerwahrung.

Am Morgen ging Franz zum Stadtdirector, um dieSache zu melden. Der kürzeste Weg führte ihn bei Bnl-lings Hause vorbei, und er war nicht der Mann, der ausFurcht und Scheu Umwege machte. Er schritt darauf zu,blickte unbefangen hin, und sah schon von weitem im er-sten Stockwerke hinter der grünen Blätterwand eines Fcn-stcrgärtchcns ein veraltetes Frauengcsicht, das ihn auf-merksam betrachtete. Schnell war daneben auch über einemdichten Rosenstrauche Bullings Nachtmütze sichtbar. Ihrcmporstchender Zipfel bewegte sich stark: ein sicheres Zei-chen, daß ein heftiger Gcmüthssturm das Haupt des reich-sten Mannes in Fehdingen erschütterte. Darauf nicht ach-tend, ging Franz hart an der Hausthüre vorbei. Plötzlichstürzte von oben ein großer Blumentopf herab und schlugihm den Hut vom Kopfe, ohne ihn weiter zu beschädigen.Gelassen hob er den Hut auf und sah von der Mitte derStraße nach dem Fenster empor. Ein vorher geschlossenerFlügel war geöffnet; doch das alte Gesicht und die Nacht-mütze waren verschwunden.

Franz setzte seinen Weg ruhig fort und zeigte die schänd-lichen Vorfälle dem Director an. Dieser gerieth darüber