reichlich mit Branntwein bcwirthün, nnd bediente sie so-gar mit eigener, hoher Hand. Von dieser Ehre und demfeurigen Getränke begeistert, schwenkte das gestimmte Schiffs-volk bei der Abfahrt die Hüte und ries ohne Aushörcn:„Hurrah!" und: „Vivat Jonas Bulling!" — Die Felsenam Ufer wurden es am Ende ganz übcrdrüßig, den dum-men Namen so oft wiedcrzuhallcn.
Der Kapitän stand auf dem Verdeck und lugte miteinem Fernrohre, um den Feind zu entdecken; doch weitund breit zeigte sich kein Fahrzeug. „Ha! sie wagen'snicht!" rief er: „Sic kennen mein altes Recht an denStrom, und haben vcrmuthlich Wind davon, daß ich ge-gen sic ausgelaufen bin!" — Er wollte schon die Rück-fahrt antrcten; da erschien in der Ferne ein Schiff, dasstroman von Pferden gezogen ward. Er befahl, daraufJagd zu machen. Die berauschten Matrosen ruderten ausLeibeskräften, und bald war cs erreicht.
„Halt!" brüllte Jonas den fremden Schiffern zu. „Washabt ihr geladen?"
„Kaufmannsgut nach Fehdingen!" war die Antwort.
„Zurück!" schrie er grimmig: „Ich bin der einzigeKaufmann des Orts, und leide keinen Pfuscher und Stö-rer." —
„Was wissen wir davon!" sagten die Gegner: „Mach'Er Seine Sache in Fchdingen ans! Hier auf dem freienStrome hat Er nichts zu gebieten!"
„Wie? was? — Freier Strom? — Das spricht derTeufel! — Für Handelswaarcn, die zu meinem Schadenhergeführt werden, ist er nicht frei! Ich — hört ihr's?— ich, Jonas Bulling, bin in Fehdingen der einzige Kauf-mann und handle mit Allem." —
„Doch gewiß nicht mit Vernunft; denn Er hat keine!"