scheute sich ein wenig vor der ersten Zusammenkunft mitdem ungeselligen Manne, dessen Gunst oder Abgunst fürdas Loos seiner Liebe entscheidend war. Darum erstieger, der sonst keine Furcht kannte, mit klopfendem Herzenden Schloßberg.
Als er in den weiten Vorhof der Burg trat, sah er —ein glückvcrkündendes Zeichen! die Geliebte, mit einemBuche in der Hand, unter schattigen Bäumen wandeln.Sie kehrte ihm den Rücken zu; doch, durch seine Fußtritteaufmerksam gemacht, wandte sie sich. Er ging, von Wonne-schaucrn der ersten Liebe dnrchzittcrt, mit bescheidener Leb-haftigkeit auf sie zu, und war schon nahe genug, sie an-zureden, als in demselben Augenblicke hinten aus der Burg-pforte ein alter, hagerer Mann, von einem großen Hundebegleitet, trat. „Rvsalie!" sprach er halblaut, und be-rührte zugleich mit einem Finger ihre Schulter. Ueber-rascht — denn sie hatte sein Kommen nicht gehört — sahsie sich um. Er winkte mit der rechten Hand nach derPforte. Mit einem heitern, kindlichen Blicke, der die Schön-heit ihres Gemüths ganz enthüllte, befolgte sie den stum-men Befehl, und ging, nach einer leichten Verneigunggegen den Jüngling, in die Burg.
Der Alte kam nun einige Schritte näher. Franz stelltesich ihm vor und sagte, was zu sagen war.
„Glauben Sie hier Glück zu machen?" fragte Jenermit einem frostigen Tone.
Franz antwortete: er strebe nicht nach dem Glücke, dasder gewöhnliche Kaufmann durch den Handel zu erreichensuche; er treibe bloß das unternommene Geschäft, um andem Orte, den ihm der Reiz der schönen Natur anziehendgemacht habe, nicht ganz müßig zu seyn.
„Die Natur," sagte der Alte, „ist im den meisten Welt-