Druckschrift 
5 (1847) Franz und Rosalie. Magister Zimpels Brautfahrt
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

5 9 «§-<>

Nase steckte. Hätte der neugierige Stänker nicht meineAkten durchgcschnüffelt, so wär' er nicht in die Versuchunggerathcn, diesen braven Mann so hart zu beleidigen."

Monsieur Polpkarp ward sogleich vorgeladcn und tratmit einer sehr heitern Miene in die Gerichtsstube. Erhielt eS für kein geringes Verdienst, einen gefährlichenWegelagerer in die Hände der Obrigkeit geliefert zu ha-ben, und erwartete dafür Dank und Lobsprüchc von ihr.Bei Erblickung der beiden Jünglinge, die man mit Stüh-len beehrt hatte, stutzte er ein wenig; doch dieser kleineSchrecken wich schnell der Vcrmnthung, sie wären bloßwegen des Strastcnräubers nach Fehdingcn zurück gekom-men, und er hoffte nun sogar, eine Belohnung von Ihnenzu empfangen.

Diese herrlichen Luftschlösser warf der Director plötzlichwie ein Kartenhaus über den Hansen.Monsieur," be-gann er mit einem finstern Amtsgcsichtc,Er hat sich voreiniger Zeit unterstanden, in meinem Hause eine Registra-tur zu lesen, die für Ihn nicht geschrieben war: und diesellnbcfugniß hat Ihn verleitet, einen ehrlichen Mann alseinen Räuber zu behandeln. Wie könnt' Er sich in seinenalten Tagen so albern benehmen? Jene Registraturwar ein ungelegtes Ep, um das Er sich gar nicht hättebekümmern sollen; denn ein altes Sprüchlein sagt:

ckucliciui» eie ovis,

tluae non caoata, est boris.

Kurz, er ist straffällig, und es wird Ihm hiermit auf-crlegt, diesem unschuldigen Manne Abbitte und Ehrener-klärung zu leisten, sich mit ihm über eine billige Schad-loshaltung zu vergleichen, und die Gerichskosten zu be-zahlen."