lige Richterpflicht der Unparteilichkeit aus den Augen setzenmüßte." —
Indem er die letzten Worte sprach, trat seine Haushäl-terin ins Zimmer, zischelte ihm ein paar Wörtchen insOhr, und entfernte sich wieder.
Plötzlich war er ganz verändert. Die strenge Nichtcr-mienc verschwand, und lächelnde Heiterkeit trat an ihreStelle. „Lieber, junger Mann," sprach er, und klopfteFranzen traulich auf die Schulter: „lassen Sie sich durchdie Bedenklichkeiten, die ich vorhin äußerte, von Ihremguten Vorhaben nicht abschrecken! Die schwersten Dingein der Welt gelingen, wenn mau sic recht angreift. Unddamit Sie sehen, daß ich ein ehrlicher Mann bin undmeinem Nächsten gern dien e, so will ich Ihnen einen Wegzeigen, der Sie sicher zum Ziele führen wird. Doch be-ding' ich mir Verschwiegenheit. Es darf außer uns Vie-ren niemand wissen, daß ich Ihr Rathgcber war."
Er verriegelte jetzt die Thür und fuhr dann mit leiserStimme fort: „Bulling — unter uns gesagt — ist einSchuft; dafür erkennt ihn die ganze Stadt: aber sic beugtsich vor seinem Geldkasten, und sogar sämmtliche Raths-glieder sind seine Sclaven. Drum würden Sie, meinFreund, das Gelenk von Haus' aus verfahren, wenn SicIhr Gesuch bei dem Magistrat anbrächten und sich aufdessen Bericht an die Landesregierung verließen. Dannbekäme Bulling sogleich Wind davon, und ließe hier undin der Residenz seine Maschinen gegen Sic spielen. Ueber-gchen Sie deßhalb die erste Instanz, und wenden Sic sichunmittelbar an den Fürsten. Ich will das Memorial, wiees sepn muß, eigenhändig für Sie entwerfen, und wennSic, nach dessen Uebergabe an gewissen Orten, die ichihnen sub rosa bezeichnen werde, eine Hand voll Dukaten