^>§> 11 ^
Franz forderte ein gutes Zimmer mit Fenstern auf dieStraße.
Der steinerne Wirth sagte weder Za noch Nein, sondernführte ein kleines Horn, das neben ihm an einem Bandehing, gemächlich zum Munde und blies darein. EinHausmädchen und ein Kellner kamen eilig gelaufen. HerrFaßmann winkte den Reisenden, mit diesen Personen inUnterhandlung zu treten. Franz mußte seine Worte auf'sneue anbringen. Die Leute antworteten: cs sep ein Zim-mer vorn heraus zu haben; doch erbaten sic sich ein Vicr-telstimdchen Geduld, um cs in Ordnung zu bringen. Hier-auf traten sie wieder ab, und ihr Herr gab noch immerkeinen Laut von sich.
„Der arme Mann ist wohl stumm?" flüsterte Franz,nach einer minutenlangen Stille, seinem Reisegefährtenins Ohr.
„Man muß cs versuchen," sprach Dieser, und nahte sichdem Wirth mit der Frage: „Sind Sie krank?"
„Nein, mein Herr, ich ruhe nur."
„Sic hatten vermuthlich heute eine starke Bewegung?"
„Ganz und gar nicht. Ich ruhe schon seit fünfzehnJahren."
„Jst's möglich? So lange haben Sie sich nicht bewegt?"
„Wenig, sehr wenig; aber vorher desto mehr. Ich dientein meiner Jugend als Läufer, war Hans in allen Gaffen,und trabte oft, wenn mich meine Herrschaft über Landschickte, zwölf Meilen in einem Striche. Dann ward ichGesandtschafts - Kourier, und ritt manch schönes Mal vonWien nach St. Petersburg. Das waren tüchtige Stra-patzen, mein Herr! Ich setzte mich endlich, dieser Hetzenüberdrüßig, hier zur Ruhe, ward Zusehens dick und rund,und gewann nach und nach meinen weichen Stuhl so lieb,