„seiner überslicßendcn unendlichen Liebe mitten unter ihnen,„und erquickt und beruhigt alles; und um Gott steht kein„Grab."
Hier stand Emanuel, wie von einer unendlichen Selig-keit gehoben, auf und sah liebend zum Arkturus empor, dernoch unter dem Gipfel des Himmels hing, und sagte gegendie blinkende weite Tiefe gerichtet: „ach wie unaussprechlich„sehn' ich mich hinüber zu euch — ach zerfalle, altes Herz,„und verschließ' mich nicht so lange!" — „So stirb denn,„große Seele, (sagte Viktor) und ziehe hinüber; aber brich„mein kleines Herz durch deinen Tod, und behalte den„Armen bei dir, der dich nicht verlassen und nicht entbehren„kann."
Die Flöte hatte aufgehört, die beiden Menschen warenan einander gesunken, um ihren Abschied zu endigen. „Theu-„rer, Geliebter, Unvergeßlicher, (sagte Emanuel) du bewegst„mich zu sehr — aber wenn ich nach einem Jahre auf die-sem Berge verscheide, so sollst du bei mir stehen und sehen,„wie dem Menschen die Banden abgenommen werden. Deine„Thränen werden meine letzten Erden-Schmerzen seyn; aber„ich werde sagen, was ich setzt sage: wir scheiden uns in„der Nacht, aber wir finden uns wieder am Tage." Hierging er.
Viktor hatte sich leise von den kindlichen Lippen losge-wunden — er jagte nicht auf seinem Nacht-Steige — lang-sam ging er vor lauter Schlaf vorbei. — Er wandte sichoft um, und verfolgte mit Augen voll fallender Thränendie fallenden Sterne über Maienthal — und um 4 UhrMorgens kam er mit einer himmlischen Seele in St. Lüne