„Streif in der zweiten Welt ist nur eine Blumen-Aue*)„— eö leuchten uns Sonnen voraus, es ziehen uns fliegende„Himmel mit Frühlinglüften entgegen — blos mit leeren„Gräbern fliegt die Erde um die Sonne: denn ihre Todtcn„stehen entfernt auf Hellern Sonnen." —
„Emanuel?" — fragte Viktor laut weinend und mitder Stimme des innigsten SchnenS, und die Flvtcntöne san-ken jammernd unter in die weite Nacht — „Emanuel?"
Emanuel sah ihn, zurückkommend, an und sagte ruhig:„Ja, mein Geliebter! — Ich kann mich nicht mehr an die„Erde gewöhnen; der Waffertropfen des Lebens ist flach und„seicht geworden, ich kann mich nicht mehr darin bewegen,„und mein Herz sehnt sich unter die großen Menschen, die„diesen Tropfen verlassen haben. - — O Geliebter, höre„doch — (und hier drückte er das Herz seines Viktors wund)diesen schweren Athen: gehen — siehe doch diesen zer-„brochnen Körper, diese dichte Hülle meinen Geist umwickeln„und seinen Gang erschweren. —
„Siehe, hier klebt mein und dein Geist angefroren an„die Eisscholle, und dort decket die Nacht alle hinter einan-der ruhende Himmel auf, dort im blauen glimmenden Ab-gründe wohnt alles Große, was sich auf der Erde entklei-det hat, alles Wahre, das wir ahnen, alles Gute, das wir„liebe». --
„Sieh, wie alles so still ist drüben in der Unendlichkeit„— wie leise ziehen die Welten, wie still schimmern die„Sonnen — der große Ewige ruhet, wie eine Quelle, mit
') Wie die Flecken im Monde Blumen- und Pffanzcnfeldern sind.