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ja keinen Freund und keine Freundin, bei denen wir dasnicht denken müßten! —
Er wußte nicht, warum Dahore so lange still war. —Er sah nicht voraus, daß der Mond den Berg früher be-stralen werde als die Tiefe. Der Mond, dieser Leuchtthurmam Ufer der zweiten Welt, umzog jetzt den Menschen mitbleichen Gefilden, die aus Traumen genommen waren, mitblaß schimmernden Auen aus einer überirdischen Perspektive,und die Alpen und Wälder lösete er in unbewegliche Nebelans — über der halben Erdkugel stand tief der Lethcflußdes Schlafes, unter der grünen Rinde stand das Todtcn-mcer, und zwei liebende Menschen lebten zwischen dem wei-ten Schlafe und Tod . . . Jetzt dachte Viktor zwar nochglühender, hier neben diese Birke, unter diesen kalten Bodenwird seine zerfallne Brust auf ewig verborgen und sie blu-tet nicht mehr, aber sie schlägt auch nicht mehr — er dachtezwar an trübe Achnlichkeitcn, als die unbeweglichenSterne auf- und abzusteigen schienen, blos weil die spie-lende Erde sich um sie wendet und sie zeigt und deckt —er sah zwar melancholisch von den Irrlichtern weg, die überThäler rennend nur an der ernsten Nacht und an den Grä-bern hinanhüpftcn und die um einen einsamen Pulvcrthurmgaukelnde Kreise beschrieben-
Allein doch schwieg er und dachte: „wir haben unsja noch."
Aber dann wurd' es seinem blutigen Herzen zu viel,als die Flötenklagcn des Blinden aus dem einsamen Hausein die Nacht auszogen und über den Berg und über daskünftige Grab hinübergingen. — Dann wurden den Senf-