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Schatten an eine Stelle in seinem Briese*) erinnert undan sein sieches Leben und frühcö Verschwinden. . . Dieseszerspaltete sein Inneres, er wendete sanft seinen Emanuelgegen den herunterströmenden Mond um, und sagte undzeigte ihm alles — aber nicht bloS seine Liebe, sondernseine ganze Geschichte — seine ganze Seele — alle seineFehler — alle seine Thorheiten — alles, er war so beredtin dieser Minute wie ein Engel, und eben so groß — seinHerz waltete zerschmolzen in Liebe, und je mehr er sagte,je mehr wollte er zu sagen haben.
Auf dieser Erde schlägt keine erhabnere und seligereStunde, als die, wo ein Mensch sich aufrichtet, erhoben vonder Tugend, erweicht von der Liebe, und alle Gefahren ver-schmäht und einem Freunde zeigt, wie sein Herz ist. Die-ses Beben, dieses Zergehen, dieses Erheben ist köstlicher, alsder Kitzel der Eitelkeit, sich in unnütze Feinheiten zu ver-stecken. Aber die vollendete Aufrichtigkeit steht nur derTugend an: der Mensch, in dem Argwohn und Finsternißist, leg' immer seinem Busen Nachtschrauben und Nachtrie-gel an, der Böse verschon' uns mit seiner Leichenöffnung,und wer keine Himmelthür' an sich zu öffnen hat, lasse dasHöllenthor zu!
Emanuel hatte die göttliche oder mütterliche Freude,die ein Freund über die Tugend und Veredlung deS Freun-des empfindet, und vergaß über der Freude die verschiedenenAnlässe derselben.—
Ungern trenn' ich mich auf eine Nacht von diesem tu-
*) „Fliehe mich nicht, weil mich immer ein großer Schattenumgibt, der sich vergrößert, bis er mich einbauct."