sanft in dcn beruhigten Acther des Himmels im Traumehinüber.
Da ich so gerne um Emanucl bin: so gönne mir derLeser die Freude, alle Stunden auseinander zu blättern, diewir in seinem Hause verbringen dürfen, und recht Schrittvor Schritt zu gehen.
Der Morgen deckte dem Zöglinge Emanuels wie Kin-dern erst auf, waS die Nacht seinem Herzen für ein Christ-gcschcnk bcschccrct hatte. Welche Gestalt trat im Morgcn-glanz vor ihn, da das stille, kindliche, beruhigte Gesicht dcöLehrers, über das einmal Stürme gezogen waren, wie aufdem sanften weißen Monde Vulkane gelodert haben, ihn aufeine Weise anlächclte, daß sein Inneres in stummer Wonnezerfloß. Besonders im Profil angcblickt schien diese hoheGestalt am Ufer der Erde zu stehen und hinunterzuschaucnin die zweite Halbkugel des Himmels, die uns der Steinauf dem Grabe und der fette Trift-Boden dieses Lebens ver-deckt. Sein Angesicht verklärte sich, wenn er cs zum Him-mel aufhob — wenn er Gott nannte oder die Ewigkeit —wenn er vom längsten Tage sprach; in seinem Lichte erblaßtedas Glanzgold der Gegenwart zum Mattgold der Vergan-genheit, und sein Geist ruhte schwebend auf dem Körper, wiein Arabesken Genien aus Blumen keimen. So leicht stimmtesich Viktor nie aus dem Traum in den neuen Tag als andiesem Morgen durch Emanuels Stimme, die so zu sagen dieSphärenmusik zum blauen Himmel seiner Augen war, auswelchem wie aus dem ägyptischen nie ein Tropfe siel; erkonnte aus Unvermögen seiner Thräncndrüsen niemals wei-nen; auch erschütterte dieses Leben seine Seele nicht mehr.
Das reine Morgenzimmer machte gleichsam die Seele