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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
270
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Dorfes rief über die entschlummerten Fluren, und eine ent-fernte Seele neigte sich vielleicht nach ihren verwehten ge-brochenen Tönen herüber. Der Abendwind rauschte mitGipfeln voll grüner Früchte darein. Der Abendstern derMond unserer Dämmerung ruhte freundlich auf dem Wegeder Sonne und des Mondes, und schickte seinen Trost zwi-schen die Abwesenheit von beiden.Wo wirst du setztsepn, mein Emanuel? Ruhest du vielleicht vor dem Abend-roth oder schauest du in das Sterncnmeer bist du inder Entzückung die wir ein Gebet nennen oder . . ."

Jetzo blitzte in ihm aus einmal der Gedanke, sein Ema-nuel sei, da heute Nachts der Johannistag anstng, vielleichtam Genüsse des Abends verschieden. . Er suchte ihn mitden Augen eifriger unter sedem Baume, in jedem LiefernSchatten, er blickte zu den Bergen aus, als könnt' er ihn dasehen, und zu den Sternen, als dürft' er ihn da suchen.Er umging das Dorf, dessen Ringmauer eine Fruchtschnurvon Kirschbäumen war, die mit einer herabgeworsnen Milch-straße von längst gefallnen Blüten den grünen Umkreis ver-silberten, und eilte über die Ruinen der Häuser, die die Kin-der am Tage erbauet hatten, gegen die ausglimmenden Fen-ster der Abtei zu, die sich am südlichen Berge, wovon erhcreingesticgen war, in die Höhe richtete. Denn der Blindehatte ihm gesagt, daß dieser Berg Emanuels Sternwarte sei,und daß er jede Nacht dahin komme. Die grüne Treppe,die mit Terrassen und Moosbänken absetzte, und an der einTreppengeländer von Buschwerk hinauswuchs, führte ihn ei-nem Berg zu, der sich erhaben im Aether mit Einer hohenTrauerbirke schloß. Mit sedem Rasenplatz hoben sich, wieaus einem Bade, neue Glieder der dunkeln Natur heraus