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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
268
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herüber und die grüne Klause Emanucls hüllte sich ein . . .Da kniete er einsam auf dem Gebirge, auf dieser Thron-stufe nieder, und sah in den glühenden Westen und über dieganze stille Erde und in den Himmel, und machte seinenGeist groß, um an Gott zu denken ....

Als er kniete: war alles so erhaben und so mildWelten und Sonnen zogen von Morgen herauf, und das schil-lernde Würmchen drängte sich in seinen staubichten Blumen-kelch hinab der Abendwind schlug seinen unermeßlichenFlügel und die kleine nackte Lerche ruhte warm unter derfederwcichen Brust der Mutter ein Mensch stand auf demGebirge und ein Gold-Käfcrchen auf dem Staubfaden . . .und der Ewige liebte seine ganze Welt.

Sein Geist war setzt gemacht, einen großen Menschenzu fasten, und er sehnte sich nach der Stimme eines Bruders.

Er wankte ohne Steig ins Dorf hinab, umzogen vonden großen Kreisen des KibitzvogelS und von den kleinen desMaikäfers. Am Fuße des Berges war der Zwittertag dun-kler am Sternenhimmel hob sich der Vorhang auf derDampf des Abends, der heiß aufgezogen war, siel kalt, wieMenschen, in die Erde zurück: noch eine laute Lerche drehtesich als das letzte Echo deö Tages über dem Berge.

Endlich hört' er Emanucls Linde. Er hätte ihn lie-ber unter dem großen Himmel als nnter der engen Stuben-decke umarmt. Hinter dem Fenster sah er einen außerordent-lich schönen Jüngling stehen, der auf der Flöte blies. Die-ser zog aus ihren Himmelpfortcn ein fliehendes schwebendesElysium; Viktor hörte ihn lange an, um sein schlagendesHerz zu stillen; endlich ging er mit thränenvollen Augen umdas Haus, und wollte sprachlos und blind an den Jüngling