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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
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die Natur alle Röhren des Lebcnsstromcs öffnete, und wenn alleihre Springbrunnen aufstiegcn nnd trennend ineinander spiel-ten, von der Sonne übermalt: dann wurde Viktor, der miteinem steigenden und trinkenden Herzen durch diese fliegen-den Ströme ging, von ihnen gehoben und erweicht; dannschwamm sein Herz bebend wie das Sonncnbild im unend-lichen Ozean, wie der schlagende Punkt des Räderthiers im

flatternden Wasserkügelchen des Bergstroms schwimmt-

Dann lvsete sich in eine dunkle Unermcßlichkeit die Blumeauf, die Aue und der Wald; und die Farbenkörner der Na-tur zergingen in eine einzige weite Fluth, und über derdämmernden Fluth stand der Unendliche als Sonne, und in

ihr dasMcnschenhcrz als zurückgespiegelte Sonne-

Alles ward Eins alle Herzen wurden ein größtesein einziges Leben schlug die grünenden Bilder, die wach-senden Bildsäulen, der Staubklumpe deö Erdballs und dieunendliche blaue Wölbung wurden daö anblickcnde Angesicht

Einer unermeßlichen Seele-

Er mochte immerhin die Augen zuschließcn: in seiner

dunkeln Brust ruhte noch diese blühende Unendlichkeit.-

Ach wenn er sich in die Wolken hätte hinanfstürzenkönnen, um auf ihnen durch den wehenden Himmel über diennübersehliche Erde zu ziehen! Ach wenn er mit demBlütendufte hätte über die Blumen hinüberrinncn, mit demWinde über die Gipfel, durch die Wälder hätte strömenkönnen! O jetzt wär' er einem großen Menschen lieberan das Herz gefallen und trunken und weinend in seinenBusen versunken, um zu stammeln:wie glücklich ist derMensch!"

Er mußte weinen, ohne zu wissen worüber er sang