Druckschrift 
3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
156
Einzelbild herunterladen
 

recht ähnliches, seine humoristische, empfindsame undphilosophische Seele. Wer ihm eine davon Wegnahme,sagt' er, der möchte ihm immer auch die rcstircndcn gar aus-zichcn. Ja zuweilen, wenn gerade die humoristische aufder umwechselnden Querbank obenan saß, trieb er den Leicht-stnn so weit, daß er den Wunsch äußerte, in Abrahä Schooßwürde Spaß gemacht, und er könnte sich auf die zwölfStühle mit seinen drei Seelen zugleich niederlassen.-

Seine Nachmittage übergab er bald einer strömendenLaune, die ihre rechten Zuhörer nicht einmal fand — baldden Pfarrleutcn — bald der ganzen St. Lüner Schuljugend,deren Magen er (zur Aergcrniß eines jeden guten Schul-meisters) mehr als ihre Köpfe verproviantirtc, weil erglaubte, in den kurzen Jahren, wo das Gcifcrfleckchen sichausbrcitct bis zu einem Tcllertuchc, nehme das Vergnügenseinen Weg über die Kinderservictte, und habe keinen andernEingang als den Mund. Er ging nie ohne eine ganze Ope-razionkaffe voll kleines Geld in der Weste aus: „ich vertheil'„es ohne allen Verstand, sagt' er; aber wenn aus diesem„herumgesäetcn metallischen Samen ganze Frcudenabende„für arme Teufel ausgehen; und wenn sie gerade die Un-schuldigen so selten haben: warum will man nicht für„die geschonte Tugend und für die Freude zugleich etwas„thun?"

Er sagte, er habe Moral gehört und verlange für seineaußergerichtlichen Schenkungen und milden Stiftungen nichtsals — Verzeihung. — Sein Flamin, der ihn für eine sorgloseSäemaschine auf Felsen erklärte, verbrachte seine kleinenFerien bis zu dem Sessiontisch in glühenden Hoffnungen, andiesem Tische zu nützen, unds.in Vorbereitungen, um eS zu