auf die Straße sicht? — Glaubst Du nicht an Menschen,um welche die Bergluft einer höhcrn Stellung geht, unddie oben auf ihrem Berge mitten in einem stillen Himmelstehen und hcrunterschaucn in die Donner und Regenbogenan der Erde? — Glaubst Du nicht an Gott und suchstseine Gedanken auf in den Lineamentcn der Natur und seineewige Liebe in Deiner Brust? — — Wenn Du das
alles bist und denkst, so bist Du mein; denn Du bist besserals ich, und meine Seele will sich heben an einem höher»Freund. Baum des höhern Lebens, ich umfasse Dich, ichumstricke Dich mit tausend Kräften und Zweigen, damit ichaufsteige aus dem zertretenen Koth um mich! — Ach voneinem großen Menschen könnte ich geheilt, gcstillet, erquickt,erhoben werden — ich Armer, nur an Wünschen reich —zerrüttet vom Kriege zwischen meinen Träumen und meinenSinnen — wund hin und her geschlagen zwischen Systemen,Thränen und Narrheiten — anckelnd die Erde, die ich mirnicht ersetzen kann, lachend über die weinerliche Komödieblos aus Jammer, und der widersprechendste, betrübteste undlustigste Schatten unter den Schatten in der weiten Nacht.... „O! schöne, gute Seele, liebe mich!"
H v r i o n.
Den Kopf auf die Hand gestützt, ließ er so lange seineThränen, ohne zu denken und ohne zu sehen, rinnen, bisdie Natur ein Ende machte. Dann trat er ans Klavier undsang unter dessen Begleitung die heftigsten Stellen seinesBriefes ab; was ihn stark bewegte, trieb ihn allezeit zumSingen an, besonders der Affekt der Sehnsucht. Was kanncs uns verschlagen, daß es Prose war?
Iran Paul'S ausgew. Werke. III.
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