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Er hörte die Blätter tropfen und hielt cs noch fürRegen. Aber der Himmels-Staubbach hatte sich vcrsprun-gen, und bloö Lünens Lichtfall übcrsprengte noch die Gegend.Der Himmel war tief blau. Agathe hatt' ihn unter demRegen gesucht und fetzt erst gefunden. Er wachte auf, gingfolgsam und schweigend mit ihr hinaus, und begegnete lauterauögeheitertcn Himmels-Gesichtern — da zuckten alle seineNerven, und er mußte sich mit einer stummen Verbeugungschmerzhaft-freundlich entfernen. Jeder hatte andere Ge-danken darüber. Aber die Pfarrcrin sagte der Gesellschaft,er höre die Musik gern von ferne, nur mache sic ihn alle-mal zu melancholisch.
Ach in seinem Zimmer umfing ein glücklicher tröstenderGedanke seine Seele. KlotildenS Grablied, und alles, be-festigte die Gestalt des erhabnen Emanuels vor sein Auge— diese schien zu sagen: „in einem Jahre bin ich schon un-„tcr der Erde, komme nur zu mir, Armer, ich will dich so„lange lieben, bis ich sterbe!" Ohne ein Licht zu begehren,schrieb er mit strömenden Augen, denen ohnehin keines ge-holfen hätte, dieses Blatt an Emanuel:
Emanuel!
Sage nicht zu mir: ich kenne dich nicht! — Warumkann der Mensch auf dem schmalen Sonnenstäubchen Erde,auf dem er warm wird, und während der schnellen Augen-blicke, die er am Pulse abzählt, zwischen dem Blitze des Le-bens und dem Schlage des Todes, noch einen Unterschiedmachen unter Bekannten und Unbekannten? Warum fallendie kleinen Wesen, die einerlei Wunden haben, und vondenen die Zeit das nämliche Maß zum Sarge nimmt, nicht