von der Natur, mußte man zur Nachbarschaft, zum altenKlaviere flüchten. KlotildenS Stimme konnte die Flöten-Begleitung des äußern Regen-Gelispels seyn. Die Psarre-rin bat sie darum, und zwar um ihre Lieblingarie auS Ben-da's Romeo: „vielleicht, verlorne Ruh'! vielleicht sind' ichdich im Grabe wieder" re. ein Lied, dessen Töne wie feineauflösende Düfte in das Herz durch tausend Ocffnungendringen und darin beben und immer stärker beben, bis siees endlich zerzittern und nichts von ihm in der harmonischenVernichtung übrig lassen als Thränen.
Klotilde willigte ohne zögernde Eitelkeit in das Singenein. Aber für Sebastian, in welchem alle Töne an nacktezitternde Fühlfäden schlugen, und der sich schon mit den Ge-sängen der Hirten auf dem Felde traurig machen konnte,war dieses an einem solchen Abend für sein Herz zu viel:während der musikalischen Aufmerksamkeit der andern mußt'er zur Thüre hinausgehen . . .
Aber hier unter dem großen Nachthimmel können unterhöhere Tropfen ungesehen seine fallen — Welche Nacht! —Hier schlägt ein Glanz über ihn zusammen, der Nacht undHimmel und Erde an einander reiht, die magische Naturdrängt sich mit Strömen ein inS Herz und macht es ge-waltsam größer. — Oben füllet Luna die wehenden Wol-kcn-Flocken mit flüssigem Silber an, und die getränkte Sil-berwolle zittert herab, und Glanzperlen rinnen über glattesLaub und stocken in Blüten, und das himmlische Gefilde
perlt und glimmt-Durch dieses Eden, worüber ein
doppeltes Schneegestöber von Funken und von Tropfen zwi-schen einem Staubregen von Blütendüsten spielte und wir-belte, und worin Klotildens Töne wie verirrte Engel sinkend