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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
135
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Flammen ihrer Gefühle ihre Ocffnmig fanden, und ihr Herzseine Erleichterung.-

O! daß der Mensch gerade zu der Zeit die schönsteLiebe empfängt, wo er sie noch nicht versteht O, daß ererst spät im Lebensjahre, wenn er seufzend einer fremdenEltern- und Kinderliebe zusieht, hoffend zu sich sagt:achmeine haben mich gewiß auch so geliebt" ach daß alsdannder Busen, zu dem du mit dem Danke für ein halbes Leben, fürtausend verkannte Sorgen, für eine unaussprechliche nie wie-derkehrende Liebe eilen willst, schon zerdrückt liegt unter einemalten Grabe und das warme Herz verloren hat, das dich solange geliebt! . . .

In der häuslichen Glückseligkeit sind die windstillen,zwischen vier engen Wänden vorgetricbnen bequemen Freu-den nur der zufälligste Bestandtheil: ihr Nerven- und Le-benSgeist sind die lodernden Feuerquellcn der Liebe, die ausden verwandten Herzen in einander springen. ,

Die unwillkürliche Ueberraschung hatte die willkürlichenvereitelt. Aber die Freudenfluth hatte alle Personen zusam-mcngeströmt; und sie blieben noch in der vertraulichen Nähe,als jene wieder verlaufen war. Man setzte sich zum Gast-mahl im Gartenhaus. Selten sind Schmäuse so wie dieserdurch zwei außerordentliche Vorzüge gewürzt, durch Mangelan Essen und Mangel an Platz. Nichts reizt den Appetitso sehr, als die Besorgniß, er finde nicht satt. Es warvon Sebastian auögesonnen, daß für jeden Gast nur dasLeibgericht besorgt wurde für den Pfarrer farcirte Krebseund Erdäpfelkäse für Flamin Schinken für de» Heldendas Gemüse vom guten Heinrich. Jeder wollte jetzo dasLeibgericht des andern, und jeder subhastirte seines. Sogar