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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
127
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gern zu Personen von einigem Werth hielt, um seinem men-schenfreundlichen Hange, zu loben, ohne Kosten der Wahrheitnachzugeben.

Viktor freuete sich ans Flamins und Klotildens Zusam-menkommen: wie schön, dacht' er, wird auf sein und ihrstolzes Gesicht der Mondschein der weichen Liebe fallen!Und er hielt eine reichliche Duldung und Liebe für ihre Liebevorräthig. Denn er hatte nicht nur so viel Einsicht in dieFlucht unsrer Freuden, daß er kaum über die tollsten zankte:sondern er konnte auch dem Handwerkgruß (oder der Metho-dologie) zweier Liebenden mit Vergnügen beiwohnen.Esist sehr toll sagt' er in Göttingcn jeder gute Menschthut seine Arme theilnehmend auf, wenn er Freunde oderGeschwister oder Eltern in den ihrigen sicht; wenn aberein Paar verliebte Schelme vor uns am Seile der Liebehcrumtanzen, und wär's auf dem Theater, so will keinHenker Antheil nehmen sie müßten denn in einem Ro-mane tanzen. Warum aber? Sicher nicht aus Eigen-nutz, sonst bliebe das hölzerne Herz im Menschcnklotz auchbei fremder Freundschaft, bei kindlicher Liebe fest genagelt sondern weil die verliebte Liebe eigennützig ist, sind wir'sauch, und weil sic im Roman es nicht-ist, sind wir's auchnicht. Ich meines Orts denke weiter, und mache mir vonjedem verliebten Gespann, das mir begegnet, weiß, es wäregedruckt und eingebunden, und ich hätte cs vom Bücherver-leiher für schlechtes Lesegcld. Es gehört zur höhcrn Un-eigennützigkcit, sogar mit dem Eigennutz zu sympathisiren.

Und vollends mit euch armen Weibern! Wüßtet ihroder ich denn in eurem vernähten, verkochten, vcrwaschnenLeben oft, daß ihr eine Seele hättet, wenn ihr euch nicht