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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
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Ich sehe Sic, mein Thenerstcr, heute nicht. Michbinden drei Grazien an; und die dritte haben Sic selbergeschickt. Sagen Sie Ihrem brittischen Freunde, er sollmich lieben, da ich Sie liebe. Ohne Sympathie kann woldie Chirurgie bestehen, aber nicht die Freundschaft.

Ihr

Matthieu."

Ein närrisches Billet! Als Viktor hörte, daß Agathedie dritte Grazie sei: so war ihm ein großes Loch in denVorhang des Theaters geschnitten, auf welchem MatthieuFlaminS Freund und Agathens ersten Liebhaber machte.Nichts ist fataler als ein Nest, worin lauter Brüder oderlauter Schwestern sitzen; gemischt zu einer bunten Reihe mußdas Nest sepn, Brüder und Schwestern nämlich schichtweisegepackt, so daß ein ehrlicher pastor ücko kommen und nachdem Bruder fragen kann, wenn er blos nach der Schwesteraus ist; und so muß auch die Liebhaberin eines Brudersdurchaus und noch nöthiger eine Schwester haben, derenFreundin sie ist, und die der Henkel und Schaft am Bruderwird. Unsre türkische Anständigkeit verlangte also, daßMatthieu mit seinem Operngucker nach Flamin zielte, umAgathen zu sehen; und daß Klotilde diese besuchte, da Fla-min als Mann ohne Ahnen, aber von Ehre, durchaus seinebürgerlichen Besuche dem kammerherrlichen Hause nicht anf-drang. Klotilde kam oft, und war dadurch in einem mirbis setzt unaufgelöseten Widerspruch mit ihrem weiblich-er-habnen Charakter.

Flamin tauchte Matthieu's Bild in einen ganz andernFärbckcssel, als der Mutter ihren: ein lüderliches Genie war