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Dichtkunst stellte, fand an der folgenden Madonna oderKlo-tilde des Malers Geschmack:
„Wenn mein Ich ein einziger Gedanke ist und brennt,„und wenn ich, von Flammen umweht, die Hand in Farben„tauche, um mich darin abzukühlen — wenn dann die hohe„Schönheit*), die ewig in mir stralet, ihr Spiegelbild auf„die Wellen, die Himmel und Erde zitternd malen, herun-„terfallen lasset und den klaren Strom entflammt, wenn als-„dann ein dem Himmel cntsunknes Pallasbild auf dem Strome„ruht, eine Lilienhülle und eines aufgcflogncn Engels weg-„gclegte Flügeldecke — eine Gestalt, deren unbefleckte Seele„kein Leib, sondern der Schnee umwallet, der um den Thron„Gottes liegt, und aus dem die Engel ihre flüchtigen Reise-„körper bauen — und wenn die zarteste Bekleidung zu„grob und hart und ein hölzerner Rahmen um diesen geisti-gen Hauch auf dem Antlitz wird, um diesen zitternden Blu-„mcnsammet von Fleisch, um diese Haut aus weißen Rosen„von rothen durchglommen — wenn dieser Wiederschein mei-„ner leuchtenden Seele auf die Farbcnfläche fällt: so wen-„det sich jeder um und denkt: Klotilde ruht am Ufer und„schlummert. . . . Und hier ist meine Kunst aus; denn ach,„wenn sie erwacht, und wenn erst die Seele diese Reize wie„Schwingen bewegt — wenn die verschlossene Lippcnknoöpe„zum Lächeln aufbricht, und der Busen einen halben Seufzer„einathmet und blöde nicht ausathmct — wenn die Seufzer„in Gesänge verhüllet aus diesen Lippen, die wie zwei See-
Das Ideal des Schönen.
**) Wie die Rabbinen nach Eisenmengers Judenthum U. II. 7.glauben.