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verlornen Herzen richte. Ohne Gepäck war sie dem blumcn-losen Golgatha ihrer verwundeten Seele entflohen, und ihrstand noch ein zweiter Anblick desselben, eine zweite Abreiseund die Wiederholung der alten Thränen bevor.
Nie wurde eine große Schönheit von einer kleinen un-befangner gelobt, als von Agathen Klotilde. Sonst schätzenMädchen an Mädchen nur das Herz; die zerstiebenden Reizeeines fremden Gesichts haben so wenig Werth in ihren Augen,daß sie ihrer kaum erwähnen mögen. Jünglingen wirft manrichtig vor, daß sie gern schöne Jünglinge zu ihren Freundenauslesen; bei Mädchen hingegen wollen ihre Lobredner vieldaraus machen, daß sie die weibliche Schönheit als einen zulockern und niedrigen Mörtel und Leim der Freundschaft gänz-lich verschmähen, und daß daher einer schönen Frau das Herzder allerhäßlichsten theurer sei als das Gesicht der Schönstenauf den fünf Erdgürtcln und Erdschcrpen. Agathe war an-ders : sie lief schon am Morgen ins Schloß, um die Freun-din anzukleiden.
Flamin macht' cs noch ärger: er könnt' es nicht erwar-ten, daß die Wirklichkeit selber Klotildenö Madonncnbild inViktors Gehirnkammern aushing; er kam ihr mit der Feder-zeichnung eines Malers zuvor, die wenigstens nicht -- kaltist; denn Maler schreiben im ästhetischen und im kalli-graphischen Sinne selten gut. Der Maler hatte, blosum Klotilden zu sehen und zu zeichnen, fast alle Sonntag-morgen auf einem Berg von Maienthal gelegen, wo er dieglänzende Landschaft um das Stift auf seine Blätter trugund den schönen Kopf, der aus dem achten Fenster heraus-sah, in sein Herz. Sogar Flamin, der sonst sogar die pro-saischen Buchdruckerstöcke über die lebenden Oelgemälde der
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