61
fahrt bekam der Jnfant die Blattern und wurde blind —und Dahore mußte mit ihm zur ängstlichen weinenden Ladyumkehren. Viktor hatte sich lange und sprachlos an denHals des kranken Freundes gehangen und um Dahore'S Kniegeschlungen, und wollte von den zwei Geliebten nicht schei-den; aber der Lord schied sie. — Flamin und Viktor wurdendann in Flachsenfingen erzogen, jener zum Juristen, dieserzum Arzte.
— ES sind in der Kürbißflasche Spitzius Hofmannöeinige Unwahrscheinlichkciten; aber der Hund muß für daösichen, was er liefert. Jetzo geht die Historie wieder ge-rade aus.
Der Lord entfernte sich, unter dem Kanonenlösen derlocherichtc» Garnison, mit Viktor in ein anderes Zimmer,und sein erstes Wort war: „binde mich ein wenig auf und„lasse deine Hand in meiner, damit ich deine Aufmerksamkeit„bemerken kann; denn ich habe dir viel zu sagen." GuterMann! wir merken es alle, daß du zärtlicher bist, als duscheinen willst, und wir loben es alle; nicht Kälte, sondernAbkühlung ist die größere Weisheit; und unser innererMensch soll, wie ein heißer Metallguß in seiner Form, nurlangsam erkalten, damit er sich zu einer glättcrn Gestaltabründc: eben darum hat ihn die Natur — wie man fürBildmctall die Form erwärmt — in einen heißen Kör-per gegossen.
Er fuhr fort: „ich habe, mein Theurer, in meiner„Blindheit nur leere Briefe an dich diktircn können; ich„wollte erst für deine Ankunft meine Geheimnisse aufsparen.„Eine kleine Pulververschwörung beobachtet mich." Viktorunterbrach ihn mit der Frage, wie er so plötzlich blind ge-