länger auf einem Kopfkissen zu verbleiben, dem heute eineTrommel so nahe kam und morgen ein Freund. Einen an-dern freilich (wenigstens den Leser und mich) würde diedurchsichtige Nacht, womit sich der April beschloß, die weiteStille, auf welche die Trommelstöcke schlugen, die Sehn-sucht nach dem Geliebten, mit welchem der Morgen wie-der daö öde Herz und das zerstückle Leben ergänzte, allesdieses würde uns beide mit sanften Bedungen und Träumenerfüllet haben — den Kaplans-Sohn aber warf cs auf denGaul hinauf und in die Nacht hinaus; seine geistigen Erd-Erschütterungcn legten sich nur unter einem körperlichenGalopp.
Er sprengte über den Hügel, auf dem er morgen sichmit seinem Horion wieder verknüpfen wollte, zehnmal hinaufund hinab. Er fluchte und donnerte auf alle seine Leiden-schaften — freilich mit Leidenschaft — die bisher die Bein-säge an ihre verbundnen Freundschafthände angelegt hatten:„o wenn ich dich nur wieder habe, Sebastian, (sagt' er und„riß den Gaul herum) so will ich so sanft seyn, so sanft„wie du, und dich niemals verkennen, oder das Donner-„ Wetter soll mich hier aus dem Platze. . . ." Beschämt überden eiligen Widerspruch, ritt er blos im Paß nach Hause.
Seine Sehnsucht nach seinem wiederkehrenden Freundedrückt' er im Stalle dadurch aus, daß er die Schcitelhaarchinaufstülptc, den Zopf wie die vierte Geigensaite anzog unddem Schlüssel des Futterkastens den Bart abdrehte. . . .
Nur ein Mensch, der nach einem Freunde gerade sowie nach einer Freundin schmachtet, verdienet beide. Aberes gibt Menschen, die aus der Erde gehen, ohne je darüber
Jean PauNs auigew. Werte. IN. Z