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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
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kein Stück von Shaköpeare, von Schiller und Göthe braucht,weil ja die Rede selber reden lehrt.

Uebrigcns Hab' ich, jetzo um ein Viertel-Jahrhundertälter und gealtert, nicht den Muth, dem ersten jugendlichenAuSströmcn des Herzens ein anderes Bette und einen schwä-cheren Fall und Zug zu geben. Der spätere Mensch hältzu leicht das Aendern am jüngern für ein Bessern desselben;aber wie kein Mensch den andern ersetzen kann, so kann auchnicht einmal derselbe Mensch sich in seinen vcrschicdnen Alter-stufen vertreten, am wenigsten der Dichter.

Die beste eheliche Liebe ist nicht das, was die jung-fräuliche war; und so gibt cs auch in der Begeisterungund in der Darstellung eine jungfräuliche Muse. Ach, allesErste im Dichten wie Leben ist, was ihm auch sonst abgehe,so unschuldig und gut; und alle Blüten kommen so reinweiß auf die Welt, worin nachherdie Sonne, wie Götheschon von körperlichen Farben sagt, kein Weißes duldet."Darum sollen alle heiße Worte meiner Begeisterung fürEmanucls Sterben und Viktors Lieben und Weinen, und fürKlotildens Schweigen und Leiden stets im Hespcrus unge-kühlt und unverändert stehen bleiben. Sogar das Jetzo solldem Sonst nichts nehmen. Denn ob ich gleich seit 25 Jah-ren durch einige Nachahmungen und Nachspiele des Buchsordentlich mich selber satt bekommen: so überwind' ich dochden Ueberdruß an dieser Selbersattheit durch die Hoffnung,daß der schreibende Jüngling später wieder auf lesende Jüng-linge und Jungfrauen treffen, und daß künftig auch für ältereLeser mehr vom Nachgeahmten als von den Nachahmungenübrig bleiben wird.

Und so lege denn dieser Abcndstern der früher der