Druckschrift 
1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
 

177

mit welchem er blos in eines zu gcrathen brauchte. Undalles gelang; und die redenden Künste des Vogels machtenbald die Konversazion so allgemein und unbefangen, daß manüber alles mit allen sprechen konnte. Gustav sing an Gc-schichtchen zu erzählen, aber vor einem süngern und billigemPublikum als ich; seine Gcschichtchen erdachte und erzählteer im nämlichen Augenblick und seine Phantasie stieß mitihren Flügeln im unermeßlichen Tummelplatz an nichts, lieber-Haupt erfindet man geschcidtere Lonws unter dem Sprechenals unter dem Schreiben und Madame d'Aunoy, die ich lieberhcirathen als lesen möchte, würde uns großen Kindern bessereFecnmährchen gegeben haben, wenn sie solche vor den Ohrender Kleinen erfunden hätte.

Unter dem Vorwände des Nicdersetzenö lud und bat ersein ganzes Hör-Publikum auf einen Altan, der um einenLindenbaum im Garten sammt einer Treppe geflochten undgewölbct war. ... Ich lasse so zeitig meine Leser nichtherab; denn Bienen, Bildschnitzer und Ich lieben Linden sehr,jene des Honigs, diese des weichen Holzes und ich des weichenNamens und des Duftes wegen.

Aber hier ist noch etwas ganz anders zu lieben DreiKommunikantinnen horchten zur offnen Gartenthür hinein undverdoppelten von weitem den Hörsaal: mit einem Worte,Regina war darunter und ihr Bruder schon mit droben; dieGallcrie oder die Logen mußten endlich da das Hinauf-rufen nichts half das weibliche Parterre hinauszerren. Icherzähle selber setzt feuriger nach; kein Wunder, daß auchGustav es that. Regina setzte sich am weitesten von ihm,aber ihm gegenüber. Er fing eine ganz frische Historie an,weil das Imreau il'esprit viel stärker geworden. Ein elen-

Jean Paril's ausgew. Werke. I. 12