Druckschrift 
1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
Seite
146
Einzelbild herunterladen
 

146

demselben sein Gewölle; kurz beide spielten vor und nachdemKampfe umgekehrte Rollen. Diescömal traf ihr Zorn eineWetterscheide au und zog sich ganz über den, der unter denziegenköpsigcn Vasen auf der Vergöre saß, auf den Ritt-meister. Dieser ließ auf die erste Zeitung dieses ekelhaftenKrieges sein Wintergeräthe in Scheerau cinpacken und dasSommcrgeräthe in Auenthal auSpackcn und ging zwar.

Aber er wäre beinahe geblieben.

Ucbrigcns wünsch' ich dieses geschilderte schlagfertige Ehe-paar mit seinen Ehe- und Schlagringen nicht zu sehr vonder seinen: Ehewclt, die sich nie prügelt, verachtet zu sehen;denn wahrlich die ätzenden Giftworte, die das raffinirte Ehe-paar einander zutröpfelt, das verhaltene wie ein Blasen-pflastcr ziehende Kränken, womit sie einander wund und heilmachen wollen, reißet die Wunde bloS tiefer unter der Hautund macht zwar nicht den Chirnrgus, aber wol den Doktornöthig.

Jetzt will ich berichten, warum der Rittmeister beinahegeblieben wäre.

Hoppedizcl hatte außer ihm an einem Nachmittag fünfLeute bei sich, den Gerichthaltcr Kolb, den FlößinspektorPcuschcl, einen alten Karmenmachcr, einen Hoszimmerfrotteurund einen Hofsunker; denn was wird der Leser nach Zunamendieses Volks fragen? Er zog erstlich den Gerichthaltcr beiSeite und sagte zu ihm:Heute sollt' er einen Spaß machenund den vier andern Herren mit gefärbtem Wasser, das siefür Wein hielten, zutrinken, damit diese sich in wahrem Wein

besoffen."-Recht gut! sagte der Gerichthaltcr, sie

sollen alle an den Gerichthalter gedenken." DaS näm-liche sagte der Professor dem Flößinspcktor, dem Karmen-