Druckschrift 
1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

136

ein häßlicher Prospekt, daß eine Räuberbande so gut wie erHoftrauer angelegt und sich deswegen die Trauergardcrobeaus Kirchen gestohlen hatte.

Henken sollte man dich, sagte der Rittmeister zu sei-nem Kerl arme Diebe ins Unglück zu bringen, die kei-nem Menschen etwas nehmen, sondern nur Kirchen."Aber für solche Schufte (sagt' ich) gehört doch auch keineHoftrauer, schon dcö Aufwands wegen. Warnm darf manüberhaupt nicht seinen leiblichen Vater*), aber wol denLandesvatcr betrauern? Oder warum vcrstattct die Kam-mer den Landcskindern noch das Weinen, da doch das dieThränendrüsen des Staats erschöpft und da die Thräncnnoch steuerfrei sind?"

Sie greifen zu weit, sagte der Rittmeister; gerade sowie bisher muß die zeitige Regierung bleiben, wenn sie sichvon allen vorigen durch die Sorgfalt auszcichnen soll, womitsic über unfern Flor, über alle unsere Pfennige und Puls-schläge wacht."

Die Negcrmarkctender (sagte der Doktor, aber unpas-send genug) wachen noch mehr; denn einen Sklavcnhandcls-mann kümmert die Unpäßlichkeit eines solchen Stück Men-schen oder Sklaven mehr als seiner Frau ihre. Sogar Be-wegung und Tanz soll sein menschlicher Vichstand haben under prügelt ihn dazu."

Ackerbau (fuhr er fort), Handel, Fabriken, VolkSrcich-thum und Bolkswohlleben sogar, kurz die Körper der Un-terthanen kann der schlimmste Despot erheben und nähren

Im Schccrauischen war damals, wie in noch einigen Staa-ten, den Untcrthancn alle Trauer verboten.