Amandus Augen — das Blindekuhspicl.
l^ie Sympathie, welche Erwachsene in der ersten Viertel-stunde ablaktirt, fügt auch oft Kinder an einander. UnserPaar lief einander täglich über vierzigmal in die Arme undherzte sich. Ihr guten Kinder! seid froh, daß ihr eure Liebenoch stärker auödrücken dürfet als durch Briese. Denn dieKultur schneidet dem Ausdruck der Liebe daö Gebiet desKörpers immer kleiner vor — diese hagere Gouvernantenahm uns erstlich den ganzen Körper dessen weg, den wirlieben — dann die Hand, die wir nicht mehr drücken dürfen— dann die Knöpfe und die Achseln, die wir nicht mehr be-rühren dürfen — und von einer ganzen Frau gab sie unsnichts zumKüffen zurück als (wie ein Gewölle) den Hand-schuh: — wir manipuliren einander jetzt alle von ferne. —AmanduS hing mit seinem mehr weiblichen Herzen an Gu-stavs mehr männlichem mit aller der Liebe, die der Schwä-chere dem Stärkern reichlicher gibt, als er sie ihm abgewinnt.Daher liebt die Frau den Mann reiner; sie liebt in ihm dengegenwärtigen Gegenstand ihres Herzens, er in ihr öfter dasGebilde seiner Phantasie; daher sein Wanken kommt. Die-ses Vorredchen soll nur eine Anfuhrt zu einer kleinen Schlä-gerei zwischen unserem kleinen Kastor und Pollux seyn.
Sie waren nämlich ungern so lange aus einander, alsdie Augen auf- und zugebunden wurden. So oft der Ver-band wegkam, stellte sich Gustav vor ihn und verlangte