Abend) kniete der Genius schweigend hin und betete mit denAugen und stummzitternden Lippen ein Gebet für Gustav,das über sein ganzes gewagtes Leben die Flügel auöbreitete.Eine Flöte hob oben ein inniges, liebendes Rufen an, undder Genius sagte, selber überwältigt: „es ruft uns herausaus der Erde hinauf gen Himmel; geh' mit mir, meinGustav." Der Kleine bebte vor Freude und Angst. DieFlöte tönet fort — sie gehen den Nachtgang der Himmel-lciter hinauf — zwei ängstliche Herzen zerbrechen mit ihrenSchlägen beinahe die Brust — der Genius stößct die Pforteauf, hinter der die Welt steht — und hebt sein Kind in dieErde und unter den Himmel hinaus ...... Nun schla-gen die hohen Wogen des lebendigen Meers über Gustavzusammen — mit stockendem Athen:, mit erdrücktem Auge,mit überschütteter Seele steht er vor dem unübersehlichenAngesicht der Natur und hält sich zitternd fester an seinenGenius. . . . Als er aber nach dem ersten Erstarren seinenGeist ausgeschlossen, aufgerisscn hatte für diese Ströme —als er die tausend Arme fühlte, womit ihn die hohe Seeledes Weltall an sich drückte — als er zu sehen vermochte dasgrüne taumelnde Blumenlcbcn um sich und die nickenden Li-lien, die lebendiger ihm erschienen als seine, und als er diezitternde Blume todt zu treten fürchtete — als sein wiederaufwärts geworfnes Auge in dem tiefen Himmel, der Oeff-nung der Unendlichkeit, versank — und als er sich scheuetevor dem Hcrunterbrechen der hcrumziehendcn schwarzrothenWolkengebirge und der über seinem Haupt schwimmendenLänder — als er die Berge wie neue Erden auf unsererliegen sah — und als ihn umrang das unendliche Leben, dasgefiederte neben der Wolke fliegende Leben, daö summende
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