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1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
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Der Genius hatte vor, ihn am Isten Junius, seinemGeburttage, aus der Erde zu lassen. Aber um seine Seelenoch höher zu spannen (vielleicht zu hoch), ließ er ihn inder letzten Woche noch zwei heilige Vorfestc des Sterbenserleben. Als er ihm nämlich die Seeligkeiten des Him-mels, d. h. der Erde, mit seiner Zunge und mit seinem Ge-sichte vorgcmalet hatte, besonders die Herrlichkeiten der Him-mel- und Sphärenmusik: so endigte er mit der Nachricht,daß oft schon zu Sterbenden, die noch nicht oben wären,dieses Echo des menschlichen Herzens hinunter tönte unddaß sic dann eher stürben, weil davon das weiche Herz zer-flösse. In das Ohr des Kleinen war Musik, diese Poesieder Luft, noch nie gekommen. Sein Lehrer hatte längst einsogenanntes Sterbelicd gemacht; in diesem bezog natürlicherWeise Gustav alles, was cS vom zweiten Leben sagte, aufdas erste und sie lasen eS oft, ohne es zu singen. Aber inder letzten Woche erst sing der Genius aus einmal an, seinemilde Lehrstimme zu der noch weicheren Singstimme desherrnhutischen Kirchengesanges zu verklären und das sehn-süchtige Sterbelicd vorzutragen, indcß er durch Veranstal-tungen sich oben von einem Waldhorne dieser Flöte derSehnsucht begleiten ließ; und die ziehenden Adagio-Kla-gen sanken durch die dämpfende Erde in ihre Ohren undHerzen wie ein warmer Regen nieder. . . .

Gustavs Auge stand in der ersten Freudenthränesein Herz drehte sich um er glaubte, nun stürb' cS auden Tönen schon.

O Musik! Nachklang aus einer entlegnen harmonischenWelt! Seufzer des Engels in uns! Wenn das Wort sprach-los ist, und die Umarmung, und das Auge, und das wei-

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