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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Place and Date of Creation
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Einen Augenblick von Staunen gelahmt, betrachtete siestill und bewegungslos das schlafende Paar und die Ucber-reste des Nachtschmauscs; aber dann stürzte sie Plötzlichwie ein grimmiges Pantherthicr auf ihren Mann los undweckte ihn so unsanft mit Zunge und Hand, daß er vorSchrecken emporfuhr, als käme der jüngste Tag. Erriß die Augen weit auf, starrte mit einem schafsmäßigcnGesichte seine Frau, das Kind und sich selbst an, undhielt sich für bezaubert.

Frau von Wüsthof begann das peinliche Verhör miteinem rauschenden Strome von Schimpfworten, die sich,weil sie meistens der Zanksprache des gemeinen Volkesabgcborgt waren, vor gesitteten Leuten nicht sammt undsonders wiederholen lassen.Sie alter, verbuhlter Grau-kopf!" hieß cs unter andern.Mit welcher liederlichenDirne haben Sie hier unter vier Augen geschwelgt? Undwie kommen Sie zu diesem Wechsclbalg?"

Das weiß der Himmel!" stotterte der Oberst.Ichglaube selbst, daß es ein Wechsclbalg ist, den mir derTeufel, indem ich hier schlief, in die Arme gelegt hat."Ja, schieben Sie nur die Schuld auf Den!" fuhr sieihn an.Wer seine Missethat läugnct, sagt die Bibel,dem wird's nicht gelingen."

Sic und er bemühten sich nun, die Schleifen und Kno-ten der Bänder zu lösen, mit welchen das erwachte undweinende Kind an seinen Vater gefesselt war. Währenddieser. Beschäftigung sah sie zwei Blätter Papier aus demBette des Knaben hervorblicken. Sie riß solche heraus,setzte ihre Brille auf und las mit lauter Stimme:

Daß am zwanzigsten Juni des letztverwichenenJahres in der hiesigen Kirche ein Knäblein, mit