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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Denn wie kam' ich dazu, mein Brod mit einem fremdenKinde zu theilen?"

Madam Sommer kehrte ihm ohne Antwort den Rückenund er ging getröstet in seinen Kramladen.

15.

Die gutmüthigc Alte besorgte ihrer Freundin ein an-ständiges Begräbniß, das wenigstens doppelt so viel kostete,als der ängstliche Krämer auf den Tisch gekreidet hatte.Er ermangelte nicht, über diese Verschwendung, wie eres nannte, den Kopf zu schütteln und Glosse» zu machen.Seine Frau mußte wegen ihrer Mutter und des kleinenAntons viel von ihm leiden. Wenn er bei seinem Conto-buche saß und sich etwa um einen halben Pfennig ver-rechnet, so fuhr er zornig auf und schob die Schuld aufdes Kindes Geschrei, das er, durch drei oder vier Wändevon ihm getrennt, kaum gehört haben konnte. Nur eineinziges Mal in jedem Monate kniff er den Knabenfreundlich in die Backen; und das geschah, indem er vonMadam Sommer die Vorausbezahlung der Stubcnmictheund des Kostgeldes erhielt, worüber er durch jene Lieb-kosung gleichsam qnittirtc. So ließ er sich von Zeit zuZeit beschwichtigen.

Eines Abends saß er mit dem Rücken gegen die Thüregcmüthlich in seiner Schreibstube; da fuhren ihm plötzlichein Paar Hände über die Augen, drückten sie fest zu, undeine sich verstellende Stimme fragte:Wer bin ich?"Er drehte den Kopf rechts und links, und brach die Hände,die ihn gefangen hielten, mit Gewalt los. Sieh, da standElisabeth Sommer, die jüngere Schwester seiner Frau,und machte ihm eine tiefe Verbeugung.