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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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sie das häßliche Ding gar nicht gesehen, das Frau vonGoldammer geschwind vom Tische hinwegriß, und sammteiner dabeiliegenden Zuschrift, wovon sie nur ein paarWorte las, in die Tasche steckte. Sie war so bestürzt,daß sic kein Wort aufbringen konnte, um den seltsamenVorfall zu bemänteln; und Niemand war so-unbescheiden,ihr den Schlüssel dieses lustigen Näthsels abzufordern.

Aber der Leser will vermuthlich die Sache aus demGrunde wissen, »nd er soll sie erfahren.

Frau von Goldammer wollte sich bei diesem Feste in derhöchsten Glorie der Schönheit zeigen, und hudelte daherihre Kammerjungfer weidlich am Putztische. Die Zofe thatihr Möglichstes; aber mit aller Kunst und allem gutenWillen war sic nicht im Stande, ein altes Weib in einjunges, reizendes Mädchen zu verwandeln. Dafür wurdesie ein Mal über das andere tüchtig geknutct. lieber dieseunverdiente Mißhandlung aufgebracht, faßte sie den Vor-satz, noch desselben Tages aus dem Dienste zu lausen, sichaber zuvor an ihrer Tprannin zu rächen. Sie packte zudiesem Zweck die Knute sehr zierlich ein und schrieb dazufolgende Zeilen:

Da Ew. Gnaden in der Gesellschaft, wo Sic sichheute befinden, auf alle Art glänzen wollen, so sendeich Ihne» anbei Ihre Knute nach, um sie als einmerkwürdiges Kunstprodukt Ihrer geschickten Handvorzeigen zu können. Hiermit empfehle ich mich Jh-nen auf immer, und gebe Ihnen den guten Rath,sich an meine Stelle eine Moskowiterin oder Kal-mückin zu verschreiben, die wahrscheinlich zu Ihrenzuchtmcisterlichen Ergötzlichkeiten geduldiger herhaltenwird, als ich."