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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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und erzählte seiner Nachbarin auf der andern Seite: Frauvon Goldammer mache sich täglich das Vergnügen, ihrenweiblichen Hofstaat mit einer selbst verfertigten Knute * zukasteien.

Während der Zeit führte sie viele Beispiele von ihrerSanftmuth an. Ihr seliger Mann, sagte sie, sep biswei-len ein kleiner Murrkopf gewesen; aber sie habe ihn aufden Händen getragen und mit keiner Miene beleidiget.

Ach Gott!" raunte der Hosmarschall seiner Nachbarinins Ohr:wie oft war ich Zeuge, daß sie ihm Maulschel-len gab, die er gehorsamst cinsteckte!"

Frau von Goldammer fuhr indessen in der Schilderungihrer Tugenden fort. Mitunter berief sie sich auf das Zeug-niß des Marschalls, daß sie die Farben nicht zu stark auf-trage , und er war so gefällig, auf der rechten Seite daszu bejahen, was er in demselben Moment auf der linkenverneint hatte.

Zuletzt, als das Dessert eben in Umlauf kam, stellte sichdie gefühlvolle Seele auch als eine zarte Schutzpatrvninder Thierwelt dar.Mein Kutscher," sagte sic,darf nurim Schritt fahren, und der Gebrauch der Peitsche ist ihmganz untersagt. O, könnten sie reden, meine Kanarien-vögel und Nachtigallen, meine Kätzchen und Hündchen! Siewürden rühmen, wie liebevoll ich mit ihnen umgehe, undwie ich des Morgens nichts eher genieße, als bis sie sammtund sonders gespeist und getränkt sind. Aber ich Hab' auchdie Närrchen durch meine Güte verzogen und sic, zumBeispiel, verwöhnt, daß sie immer Konfekt oder sonst eineNäscherei erhalten müssen, wenn ich außer dem Hause ge-gessen habe. Herr Oberst, Sie sollten den Tumult sehen,

- Eine in Rußland übliche Peitsche, die aus einer Mengevon Stricken besteht, in welche niete Knote» geknüpft sind.