Die Bücherschlacht.
Unter den zahlreichen literarischen Gastgebern, die inDeutschland Haus halten, war Herr Baldrian nicht derGeringste. Seine ansehnliche Leihbibliothek wuchs mitjeder Messe, wie ein rollender Schnceball. Ein säst be-denkliches Bild! Könnte nicht irgend ein Grübler meinen:man wolle damit auf Wässerigkeit hindeuten? —Einer solchen hämischen Auslegung ließe ssch freilich zu-vorkomme», wenn man das Bild wieder ansstriche; dochPilatus sprach: „Was ich geschrieben habe, das Hab' ichgeschrieben!" Dieser richterliche Ausspruch des jüdischenLandpflegers scheint auch heutiges Tages der Wahlspruchvieler Schriftsteller, die nicht gern die Feile brauchen,geworden zu sepn, und sie können es daher um so we-niger übel nehmen, wenn man ihn einmal gegen sie selbstanwendet.
Baldrians Büchcrmassc wuchs also wie ein Schnee-wälzer, und setzte besonders immer mehr Ritter- undRäubergeschichten an. Er kannte seine Kunden, der er-fahrene Bibliothekar, und man muß gestehen, daß sieGeschmack hatten. Was kann anmuthiger sepn, als einbiederer, deutscher Ritter, der alle Menschen wie ein Bär