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strenger Herr!" sprach er zitternd. „Wir find schon wie-der einig." —
Die hohe Obrigkeit ließ sich so kurz nicht abweisen,sondern bestand darauf, die Ursache des Streites zu wissen,und der gehorsame Unterthan begann nun folgende Beichte:
»Ich fing heute gegen Mittag an, diesen Korb zuflechten, und setzte mir das Ziel, vor Sonnenuntergangdamit zu Stande zu sepn. Es gluckte meinem Fleiß, undich freute mich wie ein Kind. Gott scy Dank, rief ichjubelnd, der Korb ist fertig. Aber meine Frau saßmürrisch wie ein alter Kater am Spinnrocken und gabkeinen Laut von sich. Warum so still, liebes Hannchen?redet' ich sie an. Freue Dich doch auch ein Bischen undsprich: Gott Lob, der Korb ist fertig! — Was geht's michan? knurrte sie. Ist er fertig, so ist er fertig! — Ichstellt' ihr vor: es koste ja nichts, die paar Wörtchen zusprechen, und bat sie himmelhoch darum; doch sie that'smir durchaus nicht zu Liebe. Da ward ich wild, ergriffden Stock, und sobald ich hinten bei ihr anklopftc, fuhrdas Lob Gottes vorn heraus, und nun sind wir wiedergute Freunde." —
Der Gcrichtsdircktor lachte weidlich; und weil den ar-men Leuten, die nur das liebe Leben hatten, nichts ab-zusporteln war, so ermahnte er sic zur Eintracht undbegab sich nach Hause.
Der Tisch war gedeckt. Herr Sempronius setzte sichmit seiner Hausehrc und seinem Schreiber zum Abendessenund schmunzelte immer still für sich. „Worüber lachendenn Dieselben?" fragte sie. Er erzählte jetzt mit lustigerLaune die Geschichte des Korbes.