menden Augen den Kirchner, der in der Ferne stand.„Komm Er doch näher, mein Freund! Was hält Er vondieser wunderbaren Sache?" —
Der Kirchner zuckte die Achseln und versicherte: er habeeinen solchen Auftritt vcrmuthct.
„So? — Aus welchem Grunde?" —
„Ich hörte seit einiger Zeit, so oft ich allein in derKirche war, ein schauderhaftes Gepolter in der Gruft undbisweilen ein jämmerliches Acchzen und Stöhnen." —
„Vermuthlich ein Katzen- und Rattenkrieg. Wir wollenmiteinander hinabsteigen."
„Nicht um ein Königreich!" rief der Küster und sprangeinige Schritte zurück.
„Nun, so geh' ich allein. Geb' Er mir den Schlüssel!" —
Der Kirchenkastellan schlug dieses Verlangen rund ab.„Es läuft gegen meine Pflicht," sprach er, „die mir an-vertrauten Schlüssel aus den Händen zu geben; und übcr-dieß hat der selige Herr in seinem Testament augeordnet,daß man sich nur von oben hinab nach seinem Befin-den erkundigen solle." —
„Umstände verändern die Sache," entgegnetc Richard.„Da sich Herr Lukas, wie er sagt, übel befindet, so ist'sSchuldigkeit, ihn zu besuchen. Drum her mit den Schlüs-seln ! Ich stehe sonst so lange hier Schildwache, bis Jemandaus der Gesellschaft dem Herrn Pfarrer den Vorfall ge-meldet hat." —
Der Küster entfärbte sich, trippelte ängstlich herum, sprachunvernehmliche Worte mit sich selbst, und überreichte endlichmit zitternder Hand den Schlüssel zu der eisernen Gitter-thür, die in das Todtengcwölbe führte.
Der Officier flog die Treppe hinab. Herr Lukas lagin seinem gläsernen Kasten so ruhig, wie man ihn hinein-