mit ihm entzweit, ihn abgelohnt und nach Hause geschickt.Er war zurückgefahrcn, ohne sich um die Reisenden wei-ter zu bekümmern.
Im Posthause, wo ich wegen meiner an Karolinen ge-schriebenen Briese Nachfrage hielt, sagte man mir: Frauvon Ralf habe die ersten zwei sogleich nach Ankunft derPost in Empfang genommen, und dann angeordnet, allefolgende so lange liegen zu lasten, bis sie abgeholt würden.
Nach diesen cingezogenen Erkundigungen ritt ich anden Ort, wo sich die alte Seclcnvcrkäufcrin vom Micth-kutscher losgcmacht hatte. Der dortige Postmeister schienbestochen zu sepn. Er behauptete Anfangs, seit undenk-licher Zeit keine weiblichen Passagiere weiter befördert zuhaben; aber im Gasthofe, wo die Frauenzimmer abgetre-ten waren, versicherte man mir, daß sie ihre Reise mitExtrapost fortgesetzt hätten. Als ich dem Läugner dießZeugniß vorhielt, besann er sich allmählich, und ich erfuhrjetzt, daß sie die Straße nach Hamburg verlassen und denWeg nach Obersachscn eingeschlagen hatten.
Ich folgte ihnen von Station zu Station bis nachDresden. Hier aber verlor ich ihre Spur, weil sie, wieich nachher hörte, unter veränderten Namen angekommenwaren. Vergebens bemühte sich die Polizei, sie zu ent-decken. Ich setzte nun meine Reise nach Wien fort, dennich vcrmuthetc, Karolinens Entführer würden sich imGetümmel der großen Kaiserstadt am sichersten dünken.Ueberdieß erinnerte ich mich, daß Bold« schon zuweilenden Vorsatz gehabt hatte, seine Wohnung dort aufzu-schlagen.
Ich kam in Wien an; aber meine Nachforschungenwaren drei Wochen lang fruchtlos. Jetzt gab man mirden Rath: die Entführungsgeschichte öffentlich bekannt zu