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daß ich das Mädchen nicht verführe», sondern im Gegen-theil der Verführung entziehen wolle, so entschloß sie sich,mein Pflegekind anfznnehmen. Nach dieser Verhandlungstellte ich ihr Karolinen vor, die indessen an der Hausthürgeblieben war. Sabine empfing sie freundlich und sagtemir ins Ohr: „Das Kind ist sehr hübsch. Ich will eswie meinen Augapfel bewahren, und selbst gegen Sie,mein junger Herr, schützen und schirmen. Verstehen Siemich?" —
Am folgenden Tage kam mir Linchen mit zierlich gelock-ten Haaren und in einem netten weißen Hausklcide ent-gegen. Ich kannte sie kaum, so schön war sie. MutterSabine hatte mir diese angenehme Ucberraschung bereitetund einem Schneider dcßhalb eine schlaflose Nacht gemacht.Sie stand bei Seite und weidete sich an meinem Entzücken.Ich war dessen nicht Meister und drückte das erröthcndeMädchen an meine Brust. Dafür ward ich aber auch, alsich aufblickte, von Fran Sabinen mit einem ernsthaftenKopfschütteln bestraft.
n ft es Kapitel.
Des Blum-nmiidchcnS Geist und Herz.
Karoline war wie eine kleine Wilde ausgewachsen. Ichmußte sie sogar erst lesen und schreiben lehren. Sic be-griff beides sehr leicht, und alle ihre Lehrer, die ihr nach-her in Sprachen und Musik Unterricht gaben, erstauntenüber die schnellen Fortschritte, die sie in kurzer Zeit machte.
Aber noch vorzüglicher als ihr Verstand, war ihr sanf-tes Herz ohne Falsch, das gewiß wenig seines Gleichen