Druckschrift 
8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

gebührenden Titel so oft als möglich in meine Rede. Dasschien ihren Ohren sehr wohl zu thun.

Sie legte mir nun auch das Geschlechtsregister ihres ver-storbenen Gemahls vor. Doch verschwieg sie, was ich nach-her von dem Mädchen erfuhr, daß der selige Herr vonRalf ein Bruder von Karolinens Vater und weilandhochbestalltcr Fähnrich bei der Neichsarmce einst mittenim Kriege wegen bewiesener Feigheit den Abschied bekom-men hatte und als Thorschrciber gestorben war.

Die einzigen zwei Glaser, die wir gehabt hatten, warenzerbrochen und keine andern bei der Hand; dennoch aberlitt die gnädige Frau keinen Durst, sondern machte sichnun unmittelbar mit der Flasche bekannt, that mächtigeZüge daraus, und fing an wie eine Bacchantin zu lärmen.Ich mußte eilen, wegen des Mädchens mit ihr zu unter-handeln; denn alle ihre Sinne standen auf dem Sprunge,sie zu verlassen.

Darf ich mir eine Gnade von Ihnen erbitten? sagte ich,und zog dabei, wie von ungefähr, meinen Geldbeutel ausder Tasche.

Eine Gnade von mir?" stammelte sie und hefteteihre gläsernen Augen auf meine Hand.Womit kann ichaufwarten?"

Ich bitte um Karolinen.

Das dacht' ich! Was wollen Sie denn mit ihr an-fangen?"

Ich will ihr Freund, ihr Vater sepn.

Ein lustiges Papachcn, das kaum einen Bart hat!Nee, nee, daraus wird nicks."

Was haben Sie für Bedenklichkeiten?

Die wichtigsten von der Welt. Ich sitze hier wie der