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Zwölfter Auftritt.
Herr von Puff (allein,.
Eine holdselige junge Dame! Man sage mir, was manwill: ein Fräulein bleibt doch ein Fräulein! Es ist einganz anderes Wesen, als die bürgerlichen Zierpuppen, dieihr Naschen himmelhoch tragen, weil ihnen etwa einmalein zärtlicher Ladendiener in's Ohr sagte: Sie sind einEngel! — (Er wendet sich gegen die Thür und wirst Küssedahin.) Dort hinaus ging ein Engel — ein veritablcradelichcr Engel! Ach, so bildschön und doch so sanft undbescheiden! Da stand sie, die Hochgeborne, dcmüthig, wieein Muttergottesbildchen und sagte: (Er ahmt mit einerweiblichen Verneigung und feiner Stimme Julien nach.) „Herrvon Puff, ich bin nicht, was ich scheine." — O, du Taube!
ich verstehe dich! — — (Nach einer kleinen gedankenvollen
Pause., Aber, mein gnädiger Herr von Puff, es ist beidem allem kurios, daß Er da her tritt und jubilirt! HatEr denn schon Brief und Siegel darüber, daß Ihn dieBaronneffe heirathen will? — Davon ließ sie sich keinWörtchen verlauten. — Wenn ich nur eine große Gänse-blume bei der Hand hätte,- da könnte ich dieß Gehemmtstaus den Blättern herauszupfen! — Ich will mich doch,da mir die prophetische Blume fehlt, bei meinen Westen-knöpfcn Raths erholen. Was der letzte Knopf sagt, dasist wahr. (Er befragt jetzt das bekannte alte VolkSorakcl,indem er bei jedem der folgenden kurzen Sätzen einen Knopfvon oben herab berührt.) Sie liebt mich — von Herzen
— mit Schmerzen — über alle Maßen — ganz heimlich
— klein wenig — gar nicht. — Sie liebt mich — vonHerzen — (Er thut einen Freudensprung und klatscht in die