Druckschrift 
8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

S1

Mad. Schwalbe. Machen Sie keine Umstände.

Hr. v. P uff. Ich weiß, was den Damen gebühren thut.

Mad. Schwalbe. So muß ich unfern Streit wohlschlichten. cSie tritt Herrin,)

Hr. v. Puff <in einem Prnchlkleide, mit Dreien und Arni-hut, l,lieft ihr stnherhnfi nach, mncht Julien, die vom Stuhlaufsieht, eine sehr tiefe, nnqeschicktc Verben»»»» , nähert sichihr mir niehrern ähiilichen Neverenzen und knsit ihr die Hand.Sie seht sich wieder. Er stellt sich dann vor sic hin undperorirt mir dem Tone und der Gestikulation eines Schnlknaben).

Gnädige, ehr- und tugendreiche Baionnefse! Hochdicfelbengeruhen, Sich in Gnaden von mir avcrtiren und avistrenzu lassen, wasmaßcn ich mich ganz unwürdig fühle, mitHochdero reichsfreihcrrlichcm Hause in Compagnie zu tre-ten; sintemal und alldiewcilen des Herrn Papa's gnädigeErcellcnz mit uralten Nitterahnen gleichsam e» grashandeln thun, mein seliger Vater hingegen, der gewißnoch lebte, wenn er nicht bereits vor dreißig Jahrengestorben wäre, nur emit einem tiefe» Seufzer) einLourxeoiü war. Nun habe ich zwar mit Gottes Hülfevor einem halben Jahre angefangen, ein kleines Waa-renlager von adeligen Ahnen in meiner geringen Per-son zu etabliren; da aber, wer etwas anfängt, so zusagen, nur ein Anfänger ist und ich die unternommeneLatreprise nicht allein fvrtsetzen kann, sondern michschlechterdings mit einer L.-mo«-,« aus dem schönenGeschlechts assocircn muß; so habe ich, mit Rath undBeistand einer frommen und ehrsamen Wittib, der ge-genwärtigen Madam Schwalbe, meine wenigen Augenauf Ihr» hochfeierliche Schönheit geworfen und lasse dasKauffartheischiff meiner Seufzer, unter Führung und Lei-tung des Steuermanns Cupido, vom Stapelplatze meinesHerzens auslaufen, um an der Küste Ihres Herzens